Lektion 05
Präsentieren und Vortragen II: Auftreten und Verhalten von Präsentierenden analysieren
17.10.2019
Definition Präsentationskompetenz
Präsentationskompetenz ist die Fähigkeit, Personen und Dinge vor anderen Personen erfolgreich zu präsentieren. "Erfolgreich" umfasst dabei, die Zielgruppe einer Präsentation je nach Zielstellung zu interessieren, zu überzeugen, zu informieren und ggf. zu einer Entscheidung oder Handlung im weiteren Sinne zu (ver)führen.
Soft Skills
Der Soft Skills Würfel besteht aus 26 Soft Skills, die auf 6 Kompetenzfelder dargestellt sind. Die 6 übergreifenden Kompetenzfelder sind:
-> Kommunikative Kompetenz
-> Umsetzungskompetenz
-> Führungskompetenz
-> Mentale Kompetenz
-> Soziale Kompetenz
-> Personale Kompetenz
Die 26 Soft Skills sind diesen 6 Feldern zugeteilt. Die Soft Skills werden als übergreifende Kompetenzen verstanden, die in verschiedenen Berufsfeldern gebraucht werden.
Soft Skills: www.soft-skills.com.
Die Nonverbale Kommunikation
Die nonverbale Kommunikation wird in vokal und nonvokal unterteilt.
Der vokale Teil beschäftigt sich mit der Stimme. Der nonvokale Teil wird in körperliche und materielle Faktoren unterteilt.
Körperliche Faktoren: Wird weiter noch in statisch und dynamisch unterschieden.
Der doppelte Impact der Körpersprache
Die Körpersprache ist mit der Hormonausschüttung assoziiert. Personen, die eine 2 minütige High-Power Pose einnahmen, hatten einen 20% erhöhten Testosteron-Spiegel.
Im Vergleich zur Low-Power Pose: Die Personen hatten einen um 10% gesenkten Testosteron-Spiegel.
Effekt beim Cortisol-Spiegel:
Der Cortisolspiegel sinkt um 25% in der High-Power Position, steigt aber 15% in der Low-Power Pose.
Analyse der Körpersprache, Haltung der Präsentierenden
Als Einführung in das Thema schauen wir uns ein Beispiel aus dem Sportpanorama an. Jann Billeter moderiert das Sportpanorama des Schweizerischen Fernsehens. Er hat eine langjährige Erfahrung im Bereich Körpersprache und Haltung. Wir schauen uns Ausschnitte aus dem Sportpanorama an und analysieren und diskutieren im Anschluss seine Haltung.
Wir fassen folgende wichtige Punkte zusammen:
Fuss- und Beinstellung: Gleich viel Gewicht auf beiden Füssen, Füsse ca. schulterbreit
Körperhaltung: Aufrecht und gerade stehen
Hände- und Armhaltung: Hände ruhig am Körper, zeitweise auch ineinander gelegt vor dem Körper
Gestik: Aktive, ruhige Gesten, Gestik um Blick zu leiten, Handflächen nach oben
Blickverhalten: Blickkontakt herstellen (Zum Zuschauer sprechen), Blick von Gesicht zu Gesicht
Bewegung: Standorte ab und zu wechseln, Standortwechsel mit inhaltlichem Wechsel verknüpfen
Mimik: Lächle!
Was vermieden werden soll:
Fuss- und Beinstellung: Gekreuzte Beine, Vorschrittstellung
Körperhaltung: Knick in der Hüfte, runder Rücken
Hände- und Armhaltung: Nervöses Spielen mit den Fingern, Arme verschränkt, Hände in den Hosentaschen, Hände hinter dem Rücken, Halt suchen mit Händen, Berührungen im Gesicht
Gestik: Hektische Gesten, Vorsicht mit dem Zeigefinger
Blickverhalten: Starrer Blick, Blick zu Boden oder in die Ferne, nur ablesen (Blick auf den Notizzettel, PC), Abwenden vom Publikum
Bewegung: Ständiges "Herumtigern", unruhiges Bewegen mit dem Oberkörper
Mimik: Nervöses kichern
Handhaltung des Referenten und Bewertung des Vortrags durch das Publikum (Pease&Pease, 2006)
Tipps:
Die T-T-T-Formel
Standort beim Präsentieren am Flipchart
Die Rhetorik: Redekunst, Kunst der Beredsamkeit
Die Rhetorik wird in monologischen (Vortrag, Präsentation) als auch in dialogischen (Gespräch, Verhandlung, Streitgespräch) Situationen unterteilt.
Tipps:
Tipp 1: Speak & Click statt Click & Speak: Die Folie ankündigen, bevor sie angezeigt wird, um einen Spannungsaufbau zu erzeugen.
Tipp 2: Kurze Sprechpause - grosse Wirkung: Der Zuschauer kann eine Pause einlegen, kann die Informationen verarbeiten und es erzeugt wiederum ein Spannungsmoment.
Speech Structure Building (Mück, 2016)
Arbeitstauftrag 05
Reflexion
Heute haben wir uns das Präsentieren angeschaut. Einige Tipps waren mir bewusst und galten für mich als Repetition. Die wichtigsten Punkte der Körpersprache und der Haltung habe ich mir nochmals verinnerlicht. Das Modell von Mück (2016) Speech Structure Building mit dem sogenannten "Regenrohr" war mir auf diese Art und Weise noch nicht ganz bewusst. Nach meiner Meinung ein super Tipp für eine "runde Präsentation".